Nach der Krise: alles weiter wie zuvor?

01.04.20 von Uwe Janssen

Letzte Woche schrieb ich hier, wie sich unser aller Leben in der Corona-Krise verändert hat, für jede(n) persönlich und für das Zusammenleben in unserer Stadt. Nachdenken sollten wir als Stadt Leinfelden-Echterdingen und als Bürger*in, wie es nach einem Ende der Krise weitergehen soll. Alles zurück zum Status quo ante, dem Zustand wie vor der Krise? Weitermachen wie zuvor und versäumtes schnellstmöglich nachholen?

Eine Debatte über die Aufhebung oder Reduzierung der jetzigen Schutzmaßnahmen ist heute nicht seriös zu führen. Schützen wir also weiterhin unsere Mitmenschen und uns selbst durch strikte Einhaltung der Abstandsregeln usw.

Die richtigen Schlüsse ziehen

Leere Autobahn bei Leinfelden am Montag nachmittagAus dieser Krise können wir wertvolle Schlüsse auch für die andere, noch viel dramatischere Krise ziehen, die unser Leben und besonders das der jungen und folgenden Generationen komplett zerstören könnte: die Klimakrise. Jetzt legen wir das soziale Leben und große Teile der Wirtschaft lahm, um einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern. Aber darüber dürfen wir die Klimakrise nicht aus dem Auge verlieren oder gar hintanstellen. Dabei wären zur Verringerung des Ausstoßes von CO2 und anderen Klima-schädlichen Gasen viel weniger einschneidende Maßnahmen nötig, als die jetzt geltenden. Die Nutzung von Photovoltaik und Windkraft statt Kohlestrom zwingt niemanden, zu Hause zu bleiben.

Wir sehen auch, dass vieles plötzlich doch digital möglich ist, home office, Video-Konferenzen und vieles mehr machen es möglich. Diesen Schwung zu nutzen, um sich für die Zukunft besser aufzustellen, ist das Gebot der Stunde, in Ideen und Technologie der Zukunft zu investieren anstatt altes wieder zu beleben. Für Leinfelden-Echterdingen muss das zum Beispiel heißen, den Blick in die Zukunft zu richten und nicht länger an illusorischen Konzepten der Vergangenheit festzuhalten. Die erzwungene Ruhepause für die Wirtschaft und womöglich steigende Arbeitslosigkeit werden ihre Spuren in der Stadtkasse hinterlassen. Das wird uns dazu zwingen, über die Prioritäten neu nachzudenken.

Da hilft es, dass die Grün-geführte Landesregierung beschlossen hat, den Kommunen und den Familien in der aktuellen Situation zu helfen. Das Land beteiligt sich an den Kosten, wenn LE im März und April auf Beiträge und Gebühren für die Kinderbetreuung verzichtet.

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