Radverkehrskonzept endlich verabschiedet

04.10.22 von Frank Mailänder

Es waren viele Akteure mit im Boot: ausgearbeitet von Profis unter Einbindung des Mobilitätsbeirates, in dem alle Fraktionen des Gemeinderates repräsentiert sind, und den verschiedensten Gruppierungen der Öffentlichkeit wie ADFC, Elternbeiräte, Stadtseniorenrat und die Landwirtschaftlichen Ortsverbände. Ebenso waren die Bürger*innen zur Beteiligung aufgerufen.

Was ist das Ziel eines Radverkehrskonzept: So viele Menschen wie möglich zum Umsteigen motivieren, nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Alltag, um den motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren und dadurch eine spürbare Verkehrsentlastung unserer Innenstädte zu erreichen.

Welche Faktoren sind wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung: Schnelle, also möglichst kürzeste Wegeführung, Verkehrssicherheit und Fahrkomfort (unter anderem entsprechende Oberflächenqualität) und eine gute Erkennbarkeit des Fahrradnetzes, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen und damit die Radfahrenden den Netzverbindungen intuitiv folgen können.

Ein Konzept bleibt aber ein theoretisches Konstrukt, solange man es nicht mit umgesetzten Maßnahmen mit Leben füllt. Diese wurden sehr präzise vom Planungsbüro RV-K unter Einbindung der oben genannten Mitwirkenden erarbeitet. 

Etliche Maßnahmen können zügig ohne große Planungsphasen umgesetzt werden wie z.B. Schutzstreifen oder Wegbefestigungen, andere Maßnahmen bedürfen aufwändigeren Planungen wie etwa Fahrradstraßen, die den Straßenraum deutlich umstrukturieren.

In der Vorlage am 27.9. wurden seitens der Verwaltung nicht nur das Konzept nochmals vorgestellt, sondern man wollte gleich in die Realisierung einsteigen mit 2 unmittelbar umsetzbaren Maßnahmen und Planungen und Untersuchungen von 4 weiteren Maßnahmen. Erfreulich für uns, denn es zeigt, die Verwaltung steht dahinter und sieht eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität in unserer Stadt.  

Und schon fängt die Verwässerung an: Schutzstreifen lehnt die CDU-Fraktion ab aus Rücksicht auf Autofahrer. Ein geäußerter „Verbesserungsvorschlag“ bevorzugt eine Radwegführung, die einen deutlichen Umweg in Kauf nimmt. Dies widerspricht schon der ersten Prämisse des Radwegekonzeptes, nämlich eine direkte, schnellere Verbindung herzustellen. 

Bei der Planung einer Radstraße wurde von den Freien Wähler angeregt, anstatt einer Radstraße eine verkehrsberuhigte Zone auszuarbeiten.  Auch dies widerspricht der ersten Prämisse.

Nochmals zur Erinnerung: Das Ziel sollte sein, soviel Menschen wie möglich zu motivieren, auf das Rad umzusteigen.

Das Konzept wurde von Profis erarbeitet, nun wird es schon in den Anfängen von einigen Fraktionen unterspült und es besteht die Gefahr, dass es durch Streichungen und halbherzig umgesetzten Maßnahmen letztendlich beerdigt werden muss.

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