BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Leinfelden-Echterdingen

Prognose Kinderbetreuung bis 2028/29

Warteliste wird Wunschliste

15.04.2026 – von David Armbruster

Im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss (VKS) stellte das Team um Amtsleitung Ingrid Krebs aus dem Amt für Schulen, Jugend und Vereine diese Woche die Prognosezahlen in der Kinderbetreuung (1-6 Jahre) vor.  Mit Stolz dürfen alle Beteiligten auf die geleistete Arbeit der letzten fünf Jahre blicken. Alle Familien, die Bedarf anmelden, bekommen ein Betreuungsangebot für ihre Kinder.

Aus der Warteliste wird eine Wunschliste

Mit Blick auf die ganze Stadt Leinfelden-Echterdingen gibt es also keine Warteliste mehr. Betrachtet man die einzelnen Stadtteile, sieht es allerdings sehr unterschiedlich aus. So kommt es dazu, dass Kinder keinen Platz in der Einrichtung ihres älteren Geschwisterkindes bekommen können. Manche Angebote sind in anderen Stadtteilen. 

Das drängendste Problem

Die gewünschte Betreuungszeit passt häufig nicht zur Öffnungszeit der Einrichtungen. Fehlendes Personal und das wirtschaftliche Betreiben der Gruppen in den Randzeiten verhindern passende Angebote. Mehr als zehn Stellen seien unbesetzt. Nicht voll ausgelastete Ganztagsgruppen erhöhen das Defizit und werden von der Verwaltung aus Kostengründen vermieden.

Den Kindern im Alter von 3-6 Jahren fehlen Ganztagsplätze 

Das Verhältnis von Ganztagsplätzen und Plätzen mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ, bis 14:00 Uhr) stimmt nicht. Für Grundschulkinder wird es ab Herbst einen Rechtsanspruch auf Ganztagsplätze geben. Da muss und kann die Stadt liefern. Krippenkinder haben erfreulicherweise jetzt schon mehr Ganztagsplätze als VÖ-Plätze.
Aber die große Gruppe der 3-6 jährigen, die direkt in der Vorbereitung auf die Schule ist, hat tatsächlich weniger Ganztagsplätze als VÖ-Plätze zur Verfügung.

Die Grünen in LE sehen Handlungsbedarf

Die derzeit vorhandenen Plätze reichen also nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. Dies führt zu enormen organisatorischen Belastungen für Familien und erschwert insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Viele Eltern – insbesondere Alleinerziehende und Familien mit zwei berufstätigen Elternteilen – sind auf zuverlässige und durchgängige Ganztagsbetreuung angewiesen.

Fehlende Plätze haben konkrete Folgen

  • eingeschränkte Berufstätigkeit der Eltern
  • weniger Steuereinnahmen durch Einkommenssteueranteile
  • reduzierte Arbeitszeiten oder Aufgabe des Berufs
  • geringere Attraktivität des Wohnorts für junge Familien
  • Nachteile für Kinder hinsichtlich Förderung und sozialer Teilhabe

Eine bedarfsgerechte Ganztagsbetreuung ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine zentrale Voraussetzung für Chancengleichheit, Familienfreundlichkeit und wirtschaftliche Stabilität.

Offene Personalstellen schnell besetzen

Die Fraktion der Grünen in Leinfelden-Echterdingen fordert mehr Engagement in die Personalgewinnung. Der löbliche Ansatz der Verwaltung, das Personal selbst auszubilden, kann nicht ausreichen, um diese Stellen schnell zu besetzen.

Ein großer Dank…

… an den Einsatz der Tageseltern, die auch in Fortbildungen immer mehr leisten. Die Zusammenarbeit über den Tageselternverein mit der Stadtverwaltung gelingt überdurchschnittlich gut. Hier sind aktuell sogar Plätze verfügbar. Besonders interessant ist das für Kinder, die einen ruhigeren Rahmen zum Betreuungsstart außerhalb der Familie benötigen.

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Kinderbetreuung | Kindergärten | Schulkindbetreuung

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