Corona Krise: Wann kommen wir aus dem lockdown?

01.04.20 von Konrad Pfeilsticker

Da ich als Unternehmer die weitere Entwicklung möglichst gut abschätzen muss, habe ich frühzeitig auf Basis der Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) eigene Berechnungen angestellt (diese veröffentliche ich regelmäßig auf Facebook), die auch Basis meines Handelns als Gemeinderat sind. Daher habe ich frühzeitig auf eine Schließung von Einrichtungen und auf die Durchsetzung der Regeln zur Dämpfung der Pandemie gedrängt.

Wenn man sich die exponentielle Ausbreitung des Virus anschaut, sieht man, dass sich der Exponent in den letzten Wochen linear abgeschwächt hat. Das ist das Ergebnis des sukzessiven Befolgens der Regeln. Bei strikter Befolgung dessocial distancing werden wir bis ca. Mitte April keine Neuinfektionen mehr haben. 

Erst dann können wir überhaupt über eine Lockerung der Einschränkungen nachdenken. Ein Blick nach China oder Korea zeigt, wie dann die Normalität aussehen kann.

Wie geht es mit der Volkswirtschaft weiter?

Um zu verstehen, wie es den Unternehmen ergehen wird, hilft ein Blick auf die aktuell diskutierten volkswirtschaftlichen Szenarien (V, U, L):

Ich persönlich gehe für die Gesamtwirtschaft von einem V oder U aus, da auf Bundesebene massive Liquiditätshilfen bereitgestellt wurden. Dauerhafte Schäden werden somit von den Unternehmen abgewendet.

Was bedeutet das konkret für die Unternehmen in LE?

Bei größeren Unternehmen ist davon auszugehen, dass über die letzten Jahre der Hochkonjunktur mit Rekordgewinnen auch gewisse Rücklagen gebildet wurden, so dass unter Einsatz von Kurzarbeit Liquiditätsengpässe und Insolvenzen im V und U Szenario weitestgehend vermieden werden können. 

Für kleinere Unternehmen (bis zu 5, 10 und 50 Beschäftigten), insbesondere Einzelunternehmen und Personengesellschaften, gibt es zudem Soforthilfen vom Wirtschaftsministerium in BW, die durch Intervention der Grünen stark verbessert wurden. 

Den Einzelhandel in LE können wir alle unterstützen in dem wir weiterhin dort einkaufen. Oft geht das auch problemlos per mail. Falls das aktuell nicht möglich ist, dann sollte man versuchen den Einkauf entsprechend aufzuschieben.

Wo sollte die Stadt zusätzlich unterstützen?

Zusätzliche Programme der Stadt sollten für Vereine und Institutionen wie Tafeln und Tafelläden zur Verfügung gestellt werden. Vereine haben oft gemeinnützigen Charakter und verlieren in der Krise Beitragszahler und können keine Einnahmen durch Veranstaltungen generieren. 

Weiterhin sollte die Stadt schauen wo Personen in dieser Krise durch das Raster fallen. Und dort sollte dann unbürokratisch geholfen werden.

Bleiben Sie gesund und auf Abstand!

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Corona/Covid-19 Gesundheit Wirtschaft