
10.07.2026 –
Eine große Mehrheit der Mitglieder des VKS (Verwaltungs-, Kultur- und
Sozialausschuss) hat am Dienstag positiv vorberaten, eine Übernachtungssteuer
einzuführen. Die Steuer soll als Pauschalbetrag in Höhe von 4,00 € je erwachsene
Person und Übernachtung erhoben werden und ab dem Jahr 2028 etwa 2
Millionen € jährlich in die Stadtkasse spülen.
Grüne stimmen zu: Verursacherprinzip und faire Lastenverteilung
Besonders der ohnehin PKW-verstopfte Stadtteil Echterdingen ist Gastgeber für
hunderttausende Übernachtungen im Jahr. Wenn man Echterdingen als eigenen
Stadtteil betrachtet, dürfte er mit etwa 20 bis 30 Übernachtungen je Einwohner:in
bundesweit zu den touristisch bzw. geschäftsreiseintensivsten Stadtteilen
außerhalb klassischer Urlaubsregionen (z.B. Skigebiete) gehören. Die Gäste nutzen
unsere Straßen, den öffentlichen Raum, die Sicherheit und die kommunale
Infrastruktur. Es ist deshalb nur fair, dass auch diejenigen, die unsere Stadt
zeitweise nutzen, einen kleinen Beitrag zu deren Finanzierung leisten. Die
Übernachtungssteuer setzt genau dieses Verursacherprinzip um.
Zusätzliche Einnahmen ohne Belastung der Bürger:innen
Jeder Euro, den wir über eine Übernachtungssteuer einnehmen, muss nicht über
höhere Gebühren oder Steuern von unseren Einwohner:innen finanziert werden.
Gerade in Zeiten angespannter kommunaler Haushalte ist es verantwortungsvoll,
auch diese Einnahmequellen zu erschließen.
Standortvorteile bleiben erhalten - Kritik der Hoteliers aus Grüner Sicht
unbegründet
Die Attraktivität Leinfelden-Echterdingens beruht vor allem auf der unmittelbaren
Nähe zum Flughafen, zur Messe und zu zahlreichen Unternehmen. Diese
Standortvorteile bleiben auch mit einer Übernachtungssteuer bestehen. Die
Entscheidung für ein Hotel wird in erster Linie von der Lage und der Erreichbarkeit
bestimmt – nicht von wenigen Euro pro Nacht. Besonders für unsere Gäste ist Zeit
auch Geld und wir sind eben direkt dran an Messe und Flughafen.
Vergleich mit anderen Städten
Immer mehr Städte erheben eine Übernachtungssteuer. Auch im direkten Umfeld
gibt es inzwischen entsprechende Modelle. Leinfelden-Echterdingen würde daherkeinen Sonderweg gehen, sondern sich an einer inzwischen weit verbreiteten
kommunalen Finanzierungspraxis orientieren.
Investition in die Qualität des Standorts
Die Einnahmen aus der Übernachtungssteuer tragen dazu bei, unsere Stadt
attraktiv zu halten – für Gäste ebenso wie für unsere Bürgerinnen und Bürger.
Investitionen in Sauberkeit, Mobilität, Grünanlagen, Veranstaltungen oder
Sicherheit stärken letztlich auch den Hotel- und Wirtschaftsstandort selbst. Eine
gut eingesetzte Übernachtungssteuer ist deshalb keine Belastung des Tourismus,
sondern eine Investition in die Zukunft ganz allgemein.
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