04.02.22 –
Seit Mitte 2021 sind die Strompreise an der Börse (EPEX) stark angestiegen, teilweise um bis zu Faktor 10. Sollte dieser Zustand anhalten, wird das weiter auf die Endverbraucher durchschlagen.
Die Ursachen sind mitnichten die „teuren“ erneuerbaren Energien (Sonne und Wind stellen immer noch keine Rechnung) und auch die Abschaltung von 3 GW Kernkraftleistung spielt keine Rolle.
Die Hauptursache ist der Gaspreis. Dieser hat sich im Laufe von 2021 verzehnfacht! Aber was hat nun der Gaspreis mit dem Strompreis zu tun? Das liegt am „Merit-Order Prinzip“. Dabei werden die Erzeugungsverfahren nach Preis aufgereiht und der teuerste benötigte Erzeuger bestimmt den Preis für alle. Ein 10 mal höherer Gaspreis bedeutet einen 10 mal höheren Strompreis und die Kohleverstromer freuen sich mit.
Beim Thema Strom liegt der Ausweg ganz klar in der Installation von dezentralen PV Anlagen. Um einen höheren Autarkiegrad zu erreichen und um die Netze zu entlasten, empfiehlt sich die Anschaffung eines Hausspeichers. Ich selbst habe eine Eigenverbrauchsanlage aus 2018 mit Akku und bin somit zu 80 % autark. Strompreis stabil 10 cent / kWh.
PV Anlagen tragen sich ökonomisch von selbst und nach ca 10-15 Jahren hat man einen Ertrag ohne Aufwand (die Sonne stellt keine Rechnung). Den ökonomischen Effekt kann man noch deutlich vergrößern indem man auf ein batterieelektrisch betriebenes Auto umsteigt. Statt also nur die Stromkosten von 30 cent / kWh auf aktuell 7 cent zu verringern reduziert man die „Spritkosten“ von 15 € / 100 km auf 1,5 € / 100 km (größerer Benziner).
Bisher hatten hier leider nur Eigenheimbesitzer mit Eigenverbrauch profitiert. Das Mieterstromkonzept hat sich aber weiterentwickelt, so dass hier für Vermieter und Mieter ebenfalls eine Win-Win Situation entstehen kann. Diese verbessert sich weiter wenn die EG-Umlage Anfang 2023 oder sogar früher komplett entfällt.
Auch die Kommunen und die Stadtwerke können hier Schritte zur Unabhängigkeit und Preisdämpfung unternehmen. Ziel ist die (weitestgehend) „energieautarke Kommune“.
Ein wesentlicher Faktor ist auch hier die Belegung von Dachflächen oder auch Freilandflächen mit PV um die lokale Energieerzeugung zu erhöhen.
Um Tagesschwankungen in der Erzeugung auszugleichen, sollte der Ausbau von Kurzfristspeichern (Batterien) erfolgen. Es gibt dazu Referenzkommunen, die das bereits umgesetzt haben.
Da wir in LE nicht nennenswert Windkraft aufbauen können, ist es wichtig von einem Momentanverbrauch bzw Tagesautarkie auch in eine saisonale Eigenversorgung zu kommen. Dazu bedarf es des Aufbaus einer H2 Erzeugungs- und Speicherinfrastruktur bestehend aus folgenden Elementen :
Diese Transformation kann von den Stadtwerken nur geleistet werden, wenn sie finanzielle und personelle Unterstützung erhalten. Dafür werden sich die Grünen einsetzen.
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Energiewende | Erneuerbare Energie | Photovoltaik | Solarenergie
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