
05.01.2026 –
Im Amtsblatt vom 9.1. nehmen die Fraktionen Stellung zur Frage: „Wie kann der Haushalt konsolidiert werden und die Lebensqualität in LE trotzdem erhalten bleiben?“ Ergänzend muss sich die Frage stellen, was eigentlich Lebensqualität ist und was genau erhalten bleiben soll.
Stellen Sie sich vor: Sie sind 1946 geboren und erleben im Jahr 1973 die erste Ölkrise. Folgen: massive Benzinpreissteigerungen, Sonntagsfahrverbote und Tempolimits. (Die Grünen gab es damals noch nicht…!)
Jetzt ist das Jahr 1974 und Sie sind in der Stadt Stuttgart Mitglied des Gemeinderates. Um zu einer Sitzung zu gelangen, fahren Sie mit Ihrem Mercedes-Benz W110 „Heckflosse“ auf den Marktplatz vor dem Stuttgarter Rathaus und parken direkt dort, wie viele anderen auch. Während der Sitzung rauchen Sie im Sitzungssaal eine ganze Schachtel HB, da Ihr Stresslevel sehr hoch ist. Es geht schließlich um die Lebensqualität der Landeshauptstadt.
Überraschend? Nach 1974 wurde der Marktplatz im Rahmen der Umgestaltung zur Fußgängerzone und Stadtmitte umgestaltet, Platanen und Aufenthaltsflächen eingerichtet und das Parken aufgehoben. Und zum Glück darf in öffentlichen Einrichtungen (sogar erst seit 2007!) nicht mehr geraucht werden.
Zurück ins Heute: Ihre Enkelkinder sind Ihnen im Jahr 2026 immer noch sehr dankbar, dass Sie damals trotz Ihrer Gewohnheiten für Mehrheiten im Stuttgarter Gemeinderat gesorgt haben. So konnte das Umgestalten der Stuttgarter Innenstadt beginnen. Es ist eine neue Lebensqualität entstanden.
Gewohnheiten brechen auf
in stabilen Zeiten bleibt vieles beim Alten. Eine Krise zwingt dazu, Routinen, Strukturen und Überzeugungen zu hinterfragen.
Handlungsdruck entsteht
Dinge, die man lange aufgeschoben hat, werden plötzlich notwendig. Entscheidungen werden schneller und klarer getroffen.
Prioritäten werden neu sortiert
Was wirklich wichtig ist, tritt deutlicher hervor - im persönlichen Leben, in Organisationen und zwangsweise auch in der (Kommunal-) Politik.
Innovation wird begünstigt
Viele neue Ideen, Technologien oder gesellschaftliche Veränderungen sind aus Krisen entstanden, weil „weiter wie bisher“ nicht mehr funktionierte.
Wir Grünen denken heute schon an unsere Kinder und Enkelkinder. Wir möchten Leinfelden-Echterdingen fit für die Zukunft machen und die neuen Technologien nutzen, um langfristig sparen zu können. Studien zeigen, dass viele Menschen bereit sind, private Autofahrten durch geteilte Mobilität zu ersetzen, und dass „Shared Mobility“ bis 2030 sehr bedeutend für urbane Mobilität wird.
In LE darf Wohnraum also schon heute mit weniger Parkplätzen pro Wohnungen entwickelt werden, was direkt Geld spart. Auch im öffentlichen Raum wird die Nachfrage künftig eher in Richtung Klimaanpassung (also Grün, Schatten und Wasser) gehen.
Der Gemeinderat von heute wird sich irgendwann der Frage stellen müssen, warum man im Jahr 2026 immer noch durch die Bernhäuser Straße fahren durfte und für sein privates Fahrzeug 15 (!) Quadratmeter Stellfläche im öffentlichen Raum quasi kostenlos vorgehalten wurden.
Wir Grünen sind bereit für Veränderungen und werden bei den Beratungen des kommenden Doppelhaushalts an die Möglichkeiten und Chancen der Zukunft denken.
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