Freie Mitte Leinfelden-Echterdingen

Ingrid Grischtschenko, Fraktionsvorsitzende

Zwischen Leinfelden und Echterdingen liegt eine regionale Grünzäsur. Der Regionalplan legt seine schützende Hand über dieses Landschaftsband vom Schönbuch bis zur Autobahn. Grünzäsuren sind die kleinen Schwestern der Grünzüge, die den Freiraum zwischen den Siedlungen definieren und für Landwirtschaft und Erholung freihalten. Der freie Raum hat mehrere Funktionen und ist kein Überbleibsel, das zum Verbrauchen auffordert.

Der freie Raum gliedert die bebaute Fläche und macht oft überhaupt erst ein Erfassen der Siedlungsräume möglich. Er führt so bei den Bewohner*innen zu einer gewissen Identifizierung. Vor gut einem Jahr hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Räumlichkeiten der Stadtverwaltung auf der Grundlage einer 2-Standortkonzeption weiterentwickelt werden, sprich zwei Rathäuser, eines in Leinfelden und eines in Echterdingen.

Ränder machen den Rahmen

Das passt gut zusammen: Die Rathäuser bleiben in den Ortskernen und zwischen den Orten hat es Platz für die Landwirtschaft, Sport und Naherholung. Umgekehrt bedeutet das: Kein zentrales Rathaus, kein Supermarkt, keine S-Bahnhaltestelle, die beiden Teilorte sollen eben nicht aufeinander zu wachsen. Für den Ostrand von Leinfelden und für den Westrand von Echterdingen heißt das, dass sie zum Rahmen dieses Freiraums werden. Übrigens: Auch der Schlossplatz in Stuttgart entsteht aus den ihn umgebenden Gebäuden. Und ist es nicht sogar so, dass Gebäude erst durch den Freiraum davor oder dahinter an Wert gewinnen?

Grüne LE für 2 Rathäuser und Platz dazwischen

Uns Grünen ging und geht es immer darum, ein Maß zu finden für den gesamten Filderraum, der mit Flughafen, Messe, 4-und 6-spurigen Straßen überstrapaziert ist und keine Ausgleichsflächen mehr hat. Deshalb versucht die Vorbereitungsgruppe der Internationalen Bauausstellung IBA 2027 mit Grünbrücken in den 1.Stock der Landschaft zu gehen, eben weil der Raum im Erdgeschoss der Landschaft überfrachtet und zerschnitten ist. Die Abrundung der Ränder und ihre abschließende Ausformung steht an. Der Aufsiedlung der Schelmenäcker in Leinfelden haben wir erst zugestimmt, als Wohnungsbau, neues Jugendhaus, neue Stadtbahnhaltestelle und auch die definierten Freiräume hinzukamen. Die Freiräume wirken im Kleinen in der Stadt und im Großen in den ganzen Filderraum. Eine Zerschneidung auf der alten Trasse der Straßenbahn können wir uns gut vorstellen, eine Zerschneidung durch eine neue Straßenachse in Nord-Südrichtung nicht. Noch während der nicht überstandenen Corona-Krise werden wir über unsere Fortbewegung, über unser Wohnen über unsere Nahrungsmittel und vieles mehr neu nachdenken müssen. Vielleicht auch, weil sich manches Problem nicht mehr stellt und die Autos doch weniger werden.

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