Schule in Zeiten von Corona

27.04.20 von Konrad Pfeilsticker

Kleiner Rückblick

Am 1.4. habe ich hier einen Artikel veröffentlicht, in dem ich versuchte, auf Basis einer Exponenten Extrapolation der Corona Ausbreitung Exponentialfunktion eine Vorhersage zu ermöglichen. Ich will einräumen, dass das nicht ganz „ungewagt“ war. Bezüglich des Zeitpunkts der Lockerung von Maßnahmen lag ich ganz ordentlich. Die Rate der aktuellen Neuinfektionen hatte ich allerdings noch niedriger gesehen.

Die aktuelle Lage

Auf Basis der aktuellen Infektionsraten sind wir prinzipiell in der Lage Bereiche aus dem lockdown in eine „neue Normalität“ zu führen. Diese werden dabei hinsichtlich Relevanz und Risiko bewertet werden.

Die Schlüsselindustrien werden wir schneller zum Laufen bekommen müssen als die Partymeilen. 

Herausforderung Schule

Ein sehr großer Bereich stellt eine große Herausforderung dar. Und das ist die Schule. Ca. 8 Mio. Schüler*innen und ca. 800 000 Lehrkräfte sind hier aktiv. Bezüglich Relevanz ist Schule etwas niedriger gewertet als Schlüsselindustrieren, da ein erfolgreicher Schulbetrieb eher mittelfristiger Natur ist. Das Risiko ist gemäß „RKI Bulletin 19/2020“ als durchaus hoch einzuschätzen.

Aufgrund der aktuell nicht vorhandenen flächendeckenden Möglichkeit zum „E-Learning“ (siehe Ministerin Eisenmann in SWR aktuell) herrscht derzeit ein „Notbetrieb“. Gleichzeitig wird eine zeitnahe „normale“ Eröffnung als nicht machbar bis unverantwortlich eingeschätzt. Daher müssen nun schnell und pragmatisch Schritte ergriffen werden, die es ermöglichen einen möglichst guten Unterricht auch ohne Präsenz der Schüler halten zu können.

Da sich meine Arbeitskollegen seit langem mit solchen Aufgabenstellungen beschäftigen, habe ich mit ihnen überlegt wie wir hier (selbstverständlich kostenlos) Schule und Stadt unterstützen können. Es haben bereits mehrere sehr konstruktive Gespräche mit der Verwaltung (BM Dr. Kalbfell) und Verantwortlichen in den Schulen (PMHG, IKG/IKR) stattgefunden. Ziel muss es sein spätestens zum neuen Schuljahr einen vollwertigen „Remote Schulunterricht“ anbieten zu können, denn eine Impfung gegen Corona und somit eine Normalität wird frühestens in 12 Monaten zu erwarten sein.

Die Herausforderungen im Einzelnen sind:

  • Heterogenität: Hohe Heterogenität in der IT-Landschaft
  • Ausstattung: Endgerät und Infrastruktur nicht vorhanden oder nicht ausreichend
  • Wissensstand: Unzureichende Wissensstände bei Lehrern und Schülern.

Diese Aufgabenstellungen werden wir nun gemeinsam konkret angehen und nach Priorität abarbeiten. Erste Ideen zu Zielsetzung, Zeitplan, Vorgehen und Umsetzung sind bereits entstanden. Die bisher geführten Gespräche stimmen mich positiv, dass wir das schaffen können. 

Kategorie

Corona/Covid-19 Digitalisierung E-Learning Gesundheit Schulen

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