Gestaltung der dezentralen Energiewende in LE

Im Folgenden will ich an meinen Artikel vom Juli anknüpfen. Den nachfolgenden Überlegungen liegt zugrunde, dass eine dezentrale Energiewende ein wichtiger Baustein für das übergeordnete Ziel Klimaneutralität ist. Wie kann das gelingen und was jeder Einzelne tun kann, will ich nachfolgend als Appell an die Bürger in LE formulieren. Ziel ist es dezentrale, autarke Energiezellen aufzubauen.

Zunächst will ich die zwei Ebenen differenzieren. Zum einen sind das die Haushalte und zum anderen ist das die Stadt. Bei den Haushalten lassen sich EFH/DHH/RH von ETW/Mietverhältnissen unterscheiden, da erstere gestaltungsfähig(er) sind.

Handlungsfeld 1) Wir müssen die regenerative Stromerzeugung deutlich ausbauen

Hier kommt in LE der Photovoltaik eine zentrale Bedeutung zu. Auf Ebene der Haushalte bedeutet das, dass möglichst viele Dächer in LE eine PV Anlage installiert bekommen. Durch das Zusammenspiel von niedrigen Zinsen, Selbstverbrauch und Einspeisung ist ein Break-Even nach 10 – 15 Jahren erreichbar und auch in dieser Phase die monatliche Belastung sehr gering. Bei mir sind das ca. €70 / Monat. 

Handlungsfeld 2) Wir müssen Energiespeicher aufbauen

Je dezentraler, autarker und intelligenter wir unser System mit Speichern gestaltet haben, desto weniger brauchen wir große und teure Verteilinfrastrukturen (Netze) und desto weniger sind wir vom Funktionieren übergeordneter Strukturen (Stromerzeuger, Gasliefererant) abhängig.

Um Autarkie zu erreichen gibt es aufgrund der schwankenden Sonneneinstrahlung Herausforderungen auf unterschiedlichen Zeithorizonten : 1) Tag / Nacht 2) Wetter 3) Winter/Sommer. Punkt 1 und 2 lassen sich gut auf Haushaltsebene lösen. Punkt 3 wird sinnvollerweise auf Stadtebene gelöst.

Auf Haushaltsebene bedeutet das, dass man auch im Haus einen Speicher aufstellt. Heute sind das typischerweise Batterien mit einer Kapazität von 5 – 15 kWh. Ich selbst habe eine Anlage mit 15 kWh, die „inselfähig“ ist. In 2019 (viel Sonne) bin ich seit März weitestgehend autark. Eine zusätzliche Komponente werden „Vehicle to Grid“ fähige E-Autos sein. Durch intelligente Kopplung kann eine permanente Regelleistung (Laden / Entladen) bereitgestellt werden. Durch ein typisches E-Auto bekommt ein EFH Haushalt 4 – 8 Tage Autarkie bei vollkommener Dunkelheit.

Für die saisonalen Schwankungen aber auch für Leistungsreserven zum Ausgleich anderer Schwankungen sollte die Stadt Speicherkapazitäten zur Verfügung stellen. Als Vorbild für letzteres kann hier z.B. die Stadt Bordesholm genannt werden. Dort kommt ein 15 MWh Batteriespeicher mit einer Leistung von 10 MW zum Einsatz. Für die saisonalen Schwankungen ist aktuell die Erzeugung von Methan aus (sommerlichen) Stromüberschüssen die sinnvollste Lösung. Der Methanspeicher kann im Winter mit einem Gesamtwirkungsgrad von 60 % in einem BHKW wieder zu Strom und Wärme umgewandelt werden.

Lasst uns dieses Szenario in LE gemeinsam gestalten.

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