Die Schiene wurde geopfert ...

Foto: Rüdiger Frey / Bahnforum Stuttgart

Bis vor 29 Jahren fuhr eine Straßenbahn bis Echterdingen. Im Zuge der Umstellung von Straßen- auf Stadtbahnen wurde gerechnet und überlegt. Langfristig wurde weder richtig gerechnet noch richtig überlegt. Auch der damalige Gemeinderat unserer Stadt stimmte gegen die Kostenbeteiligung an der Umstellung auf die komfortablen Stadtbahnzüge. Mit Blick auf die damals neue S-Bahn dachte man sich wohl, man könne auf eine zweite Schienenverbindung verzichten. Ein fataler Fehler, der immer schwerer auszubügeln ist.

... zugunsten einer Straße!

Zwar wurde die Trasse vom Hinterhof in Echterdingen bis zum PMHG freigehalten, aber nördlich der Leinfelder / Echterdinger Straße fahren inzwischen PKW und LKW auf der Max-Lang-Straße über dem ehemaligen Gleisbett. Mit der Aufsiedlung "Schelmenäcker" möchte man diese Straßenverbindung auch nicht mehr missen.

Die U5 soll nach Echterdingen fahren!

Inzwischen ist es einstimmer Wille des Gemeinderates, dass die U5 wieder bis Echterdingen fährt. Damit dies gelingen kann, muss die jetzige Straßenverbindung weg, so die Verantwortlichen der SSB, damit die Trasse mitsamt der Unterquerung der S-Bahn wieder frei für die Schiene wird. Wohin dann mit der Straße?

Nord-Süd-Straße als Zwangs-Lösung?

Scheinbar passend kommt die Planung der Osttangente, bzw. der gesamten Nord-Süd-Straße. Geplant ist eine zweite Unterquerung der S-Bahn näher an Leinfelden, um mit der Straße wieder auf der Echterdinger Straße anzukommen. Geplante Eröffnung: 2026. Geplante Kosten heute: 14 Millionen Euro. Plus Preissteigerungen bis 2026? Plus Unwägbarkeiten bei zu tätigendem Grunderwerb. Für Befürworter der gesamten Nord-Süd-Straße ist das der perfekte Auftakt zur weiteren Verlängerung bis zur ehemaligen B27 am Sportzentrum Leinfelden. Gerade durch. Auch Befürworter der Straßenbahn sind geneigt, dem Bauabschnitt der Osttangente bis zur Echterdinger Straße zuzustimmen. Denn nur so wird ja die alte Trasse wieder komplett frei. Oder?

Richtig rechnen ... 

Richtig gerechnet wird es schwer, beides zu finanzieren. Allein die Osttangente verschlingt einige Millionen. Wird die Straße dann doch teurer, bleibt womöglich kein Geld mehr für die Straßenbahn.

... und richtig überlegen!

Richtig überlegt kann mit den Planungen der Verlängerung der U5 frühestens 2026 wirklich begonnen werden. Wann soll die Inbetriebnahme sein? 2040? Wir fordern daher, die Osttangente wenn, dann nur bis zur heutigen Max-Lang-Straße zu bauen. Da ist keine Unterquerung nötig, die Kosten wären im Rahmen. Weiterhin fordern wir, eine Nutzung der bestehenden S-Bahn Unterquerung für die Max-Lang-Straße und Straßenbahn (eventuell auf kurzem Abschnitt eingleisig?) gemeinsam zu prüfen! Gerne nehmen wir die technisch zweitbeste Lösung in Kauf, wenn diese dafür schneller und günstiger realisiert werden kann.

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